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Obama und die Macht der kleinen Medien – Teil 1

geschrieben am 26.03.2009 um 11:21 von Corinna Milborn in der Kategorie Allgemein, Journalismus, Politik, PR
Corinna Milborn

Muss man immer in die größten Zeitungen, um eine Botschaft zu verbreiten? Im Gegenteil, meinten Barack Obamas Kampagnen-Profis während des Wahlkampfs des US-Präsidenten – und widmeten sich hingebungsvoll der eigenen Internetseite, Bezirksblättchen, kleinen Bloggern und lokalen TV-Klitschen. Ein Kolumnist der Daily Times Herald aus Iowa etwa bekam erstaunliche sechs Interviews mit dem Kandidaten. Auflage der Zeitung: 6.000.

Als Präsident fährt Obama nun die gleiche Strategie auf globaler Ebene. Vergangene Woche wählte Obama YouTube, um der iranischen Bevölkerung Neujahrswünsche zu übermitteln, ganz liebe Grüße, Ihr US-Präsident.

Diese Woche wandte sich Obama wieder an „die Leute da draußen“, diesmal global: In einem Gastkommentar erklärte er die Ziele der USA für den Weltwirtschaftsgipfel in London. Veröffentlicht wurde der flammende Appell nicht in einem Leitmedium wie der Financial Times, sondern in 30 kleineren und mittelgroßen Zeitungen quer über den Globus verteilt. In Europa durften sich die Leser etwa des Corriere de la Sera, der Welt, des Kryteligd Dagblatt oder der Le Monde über die Direkt-Kontaktaufnahme des Präsidenten freuen. Auch fünf arabische, drei südamerikanische und sechs asiatische Zeitungen bekamen den Kommentar angeboten.

Und wer nach dem Lesen noch Fragen hat, kann sie dem Präsidenten direkt stellen: Auf der Homepage des Weißen Hauses wird gerade um Videofragen zur Wirtschaftslage gebeten. Obama antwortet im Internet, wenn auch vermutlich nicht allen 10.000en Fragern. Wer dem Präsidenten bei Twitter folgt, bekam die Einladung aufs Handy.



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  1. Karin Thiller , am 26.03.2009 um 13:44

    ja, das kann schon was (DER kann schon was!). Nutzt alle Kommunikationskanäle, alte und neue, kleine und große, in bunter Mischung. Spricht direkt zu den Menschen, erklärt sich und seine Positionen, ist authentisch, charismatisch und man glaubt ihm jedes Wort. Und macht ganz nebenher Facebook und Twitter zu Massenkommunikationsmitteln.

    Was aber, wenn man nicht Obama ist.. funktionierts dann auch? Kommt man dann auch durch mit seinen Botschaften? Gedankenspiel: Angela Merkel? Doris Bures? Michael Häupl? Peer Steinbrück? Naja, nicht ganz so einfach vielleicht.. aber nicht völlig unmöglich. Botschaften braucht man halt. Glaubwürdige.

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