Tag der Pressefreiheit: ÖJC verlangt Journalismus mit Menschenwürde
geschrieben am 02.05.2008 um 12:44 von Fred Turnheim in der Kategorie Allgemein, JournalismusAnlässlich des Tages der Pressefreiheit am 3. Mai hat der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) alle Kolleginnen und Kollegen aufgerufen, die Pressefreiheit hartnäckig zu verteidigen. Zu bewahren ist aber auch der Informanten- und der Opferschutz. Besonders in jenen Ländern, in denen eine freie Berichterstattung möglich ist, und dazu gehört erfreulicherweise auch Österreich. Der aktuelle Fall in Amstetten zeigt wieder einmal sehr deutlich, dass die rasche Beschaffung von Informationen oft die Menschenwürde der betroffenen Opfer verletzt. „Ein humanistisch ausgeprägter kritischer und informativer Journalismus verlangt auch die Respektierung der Würde des Menschen, besonders des Schwachen und widerspricht nicht dem Informations-Auftrag der Gesellschaft an den Journalismus“, schrieb ich in der OTS-Aussendung zum Tag der Pressefreiheit.
Wenn wir das Morden und die Einschüchterung von Journalisten durch Staaten und Regierungen weltweit heftig kritisieren, so sollten wir in den demokratischen Staaten versuchen, neue Wege der Informationsbeschaffung auch im Sinne eines humanistischen, kritischen und dem Schutz der Menschenwürde verpflichtenden Journalismus zu gehen.
Der ÖJC lehnt jede Art von Scheckbuchjournalismus ab. Gleichzeitig wird jeder Vereinnahmungsversuch des Journalismus durch den Staat und seine Behörden verurteilt. „Ein freier, demokratischer und unabhängiger Journalismus muss sich seiner Verantwortung selbst bewusst sein und verlangt nach keinem ‚Zuckerbrot‘ durch die Ermittlungsbehörden“, sagte ich abschließend in einer ÖJC-Aussendung zum Internationalen Tag der Pressefreiheit, die wir heute über APA-OTS verbreitet haben.

mich würde vor allem interessieren, was sich in China zum Thema “Pressefreiheit” abspielt. Haben Sie da einen Einblick? Ich hab ja gehört, dass die Lage dort nicht gerade entspannt ist. Außerdem steht hier doch auch die Glaubwürdigkeit der ausländischen Korrespondenten auf dem Spiel, oder?
hierzu hab ich auch den Youtube-beitrag gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=bG5s5TxR1Sw
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir einen klaren Einblick in das System geben könnten… und vor allem: was kann man ihrer Meinung nach dagegen tun?
mfg Clara
…Journalismus mit Menschenwürde – ja, natürlich; was aber angesichts der Berichterstattung rund um Amstetten und den schrecklichen Vorfällen immer schwerer für möglich gehalten werden muss – man darf analog zu Helmut Schmidts Aussagen, was einen guten Politiker ausmacht auch einen Anspruch für einen guten Journalisten daraus ableiten und da vor allem das Verantwortungsbewusstsein; dieses soll und muss sowohl Opfer als auch Täter in einer Berichterstattung über sie einfach entgegengebracht werden und spürbar sein und nie zugunsten einer – wörtlich nach Herrn Thurnherr zitierten – “Schweinepresse” geopfert werden!