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Twitter meldet „20 Milliarden Nachrichten!“ – und ein Blumenkübel schreibt Social Media Geschichte.

geschrieben am 12.08.2010 um 10:45 von Doris Regele in der Kategorie Allgemein, Internet, Online, Trends
Doris Regele

Ich fange mit einem Geständnis an: Es interessiert mich nicht, ob Britney Spears oder Ashton Kutcher mehr Follower hat, ob ein in Münster umgefallener Blumenkübel einen viralen Hype auslöst (hashtag #blumenkübel für jene, die das doch interessiert), oder ob man im Twitterkino virtuell das Chips-Sackerl rascheln lassen kann.

Und doch frage ich mich, was es bedeutet, wenn allein in den letzten fünf Monaten 10 Milliarden (!) Nachrichten durchs Netz „zwitscherten“ (für die ersten zehn Milliarden tweets hatte es hingegen noch vier Jahre gebraucht, meldete der 2006 gegründete Microblogging-Dienst Twitter am 1. August).

Es ist wohl einiges an dieser Informationsmaschine dran, die es jedem erlaubt, News-Häppchen mit maximal 140 Zeichen in einer teilweise unverständlichen Anordnung zu produzieren. Liegt es an der Möglichkeit, kurz und schnell zu informieren; an der Chance, seine Anhänger zu mobilisieren; an der Faszination des Nachrichten-„Schaffens“ oder doch auch an einem bisher offensichtlich ungestillten Bedürfnis der Selbstdarstellung? Wahrscheinlich könnten das die twitter-süchtigen US-Amerikaner oder Japaner gut beantworten – letztere verschicken täglich (!) 8 Millionen tweets.

In Österreich sind wir noch nicht ganz so weit. Vor fünf Monaten outeten sich rund 40 FachhochschulstudentInnen bei meiner Spontanumfrage als Facebook-Fans, waren aber alle (!) uninteressiert an Twitter. 10 Milliarden tweets später würde diese Umfrage heute vielleicht anders ausgehen. Wie es bei den Blogs auch passiert ist, stelle ich derzeit eine Professionalisierung von Twitteranwendungen fest – vom reinen privaten Umfeld zu beruflich eingesetzten Diensten. Die Bandbreite ist natürlich groß: Sie reicht vom Einzelberater, der seine Anhänger wissen lässt, wenn es einen neuen Fachartikel auf seiner Webseite gibt oder was er auf Konferenzen tut (248 follower) bis zu Ärzte ohne Grenzen Österreich http://twitter.com/msf_austria (3.247 follower). Zu Britney’s über 5,5 Millionen Anhängern fehlt da beiden noch einiges, doch kann es schon sein, dass es in Zukunft die „Twitter-Relations-Profis“ geben wird, die neben den Zuständigen für Investor Relations, CSR und Lobbying in den Kommunikationsabteilungen angesiedelt sind.

Um den Kreis zu schließen, noch ein Nachtrag zum Blumenkübel: Dieses Schlagwort hat es tatsächlich in den weltweiten Trending-Topics von Twitter auf den 4. Platz geschafft. Ja, es ist Sommer und es wäre aus meiner Sicht nicht weiter erwähnenswert. Doch haben verschiedene deutsche Unternehmen dieses Phänomen aufgegriffen und darauf kreativ reagiert – mehr bei MEEDIA; viel Vergnügen beim Nachlesen (man bräuchte ja soooo viel Zeit für all diese Online-Informationen – und ich schaffe schon meinen Bücherstapel nicht!) und noch einen schönen August!



Ein Kommentar RSS 2 zu Kommentaren abonieren

  1. Clara Roth , am 12.08.2010 um 11:55

    liebe Frau Regele, ich schließe mich Ihrer Meinung an – ich glaube, dass Professionalisierung der Untergang solcher Trends ist … ich glaube aber auch, dass viel von diesem Hype bleibt und die Gesellschaft nachhaltig verändert. “Nachhaltig” nicht unbedingt im Sinne von “positiv”, sondern eher von “bleibend”.
    Liebe Grüße

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