26.09.2013 | 13:11 | Kategorie:
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Aus einem Tweet wurde Roadshow wurde Zeit

Eines der Themen dieses Blogs ist ja Kommunikation, nichts geschieht ohne Kommunikation. „Man kann nicht nicht kommunizieren“ – um ein schon etwas überstrapaziertes Zitat von Paul Watzlawick zu nutzen.

Ich möchte heute ein Beispiel einer grenzüberschreitenden Kooperation bringen, die durch effektive Kommunikation zustande gekommen ist. Ich habe schon vor einiger Zeit über den Start meiner Kooperation mit Deutschland berichtet. Ziel dieser Kooperation, die nach wie vor besteht und weiter ausgebaut wird, ist es, deutsche Veranstalter und Locations sowie Destinationen aus ganz Europa miteinander in Kontakt zu bringen. Dabei wird sehr großer Wert auf die Verbindung von Online-Medien (Blogs, Social Media etc.), Print (Publikationen in Fachmagazinen) und Event gelegt.

Die große Herausforderung unserer Zeit ist es, eben diese wertvolle Zeit zu sparen. Zeit ist wichtiger als Geld. Das ist etwas, das mir im Laufe meines Berufslebens immer häufiger mitgeteilt wird. Am Ende bleibt uns nur die Erinnerung und die soll mit möglichst vielen positiven Momenten gefüllt sein. Geld spielt da keine Rolle mehr.

Um Zeit zu sparen, muss man die Zeit sinnvoll verwenden – sofern man Zeit überhaupt verwenden kann.

Zurück zu meiner Kooperation. Start dieser Kooperation mit einer deutschen Agentur war – trara (!) – Twitter. Für mich das effektivste Online-Tool, das es gibt. Über Twitter habe ich Kontakt zu Peter Cramer bekommen, der mit seiner Agentur Social Media und Events verbindet. Nach einigen mehr oder weniger zufälligen Treffen (bei Messen oder Kongressen), haben wir voriges Jahr beschlossen, ein Event auf die Beine zu stellen, bei dem Locations und Destinationen aus ganz Europa mit Agenturen und Unternehmen aus Deutschland zusammenkommen. Auch diese Entscheidung entstand, weil wir gemeinsam mit meinen Kunden kommuniziert haben und darauf achteten, was gesprochen wurde. Zunächst waren wir ja mit einer innovativen Online-Idee unterwegs gewesen, haben dann aber den Fokus kurzfristig auf Events gelegt.

An sich ist das Organisieren eines After-work-Netzwerktreffens noch nicht sehr spannend und auch nicht unbedingt etwas Besonderes; aber die Agentur von Peter Cramer sitzt in Hamburg, ich in Wien. Dann kommen noch die Eventagentur von Nina Feldhaus aus München und die kongeniale DJ Hildegard aus Köln zum Team. Kommuniziert wird jeweils nur mit demjenigen, den das jeweilige Thema, wie etwa Location-Suche, Print- und Online-Publikationen, Hotelbuchungen, Test-Essen usw. angeht.

Grundvoraussetzungen für diese Kooperation sind aber nicht die neuen schnellen Kommunikationswege, sondern Vertrauen und das Fehlen jeglicher Gier oder Neides. Ich vertraue darauf, dass Peter Cramer die Events in Deutschland ordentlich umsetzt und es schafft, viele Veranstalter dorthin zu bringen, wo sie an einem dieser speziellen Abende sein sollten. Und zwar bei unserem Event. Er vertraut darauf, dass ich möglichst viele meiner Kunden dazu animieren kann, nach Deutschland zu reisen und dafür auch Geld in die Hand zu nehmen. Aber auch das Entstehen von Vertrauen hat mit ehrlicher Kommunikation zu tun.

Beide sind wir von den Talenten des jeweils anderen nicht enttäuscht worden.

Wirklich witzig war, dass ich das Team in seiner Gesamtkonstellation erst am Tag des ersten Events kennengelernt habe. Wir haben also eine dreitägige Eventreihe auf die Beine gestellt, die ausgezeichnet funktioniert hat. Und das „nur“ mithilfe eines Tweets. Weil mit einem Tweet hat alles begonnen.

Ich denke, man muss der Kommunikation manchmal einfach nur ihren Lauf lassen und hin und wieder zuhören. Also es schadet nicht, wenn man öfter mal zuhört. Kooperationen funktionieren auch international mit so gut wie keinen persönlichen Treffen – etwa via Google Hangout, Twitter und E-Mail.

Und da wären wir zum Schluss wieder bei der Zeit. Wir haben den deutschen Veranstaltern durch unsere Events, die mit einem Tweet starteten, viel Zeit gespart. Das ist doch was. 🙂

17. Februar 2014, 10:35

Die schnelle Kommunikationswege glaube ich führen leicht zu schnelle Fortschritt, Zusammenarbeit aber auch schneller zu Probleme.

Eine kleine Team von Programmierern wo ich dabei bin haben auch Drupalcamp Wien in November 2013 organisiert. Eine interne Blogplatform, Google Docs und andere Werkzeuge haben uns sehr viel geholfen, die Entscheidungen zu treffen, und vieles würde über Chats und Videokonferenzen gesprochen. Aber am wichtigsten waren auch, dass wir ab und zu miteinander vor Ort den Ablauf durchgesprochen haben. Wenn alles ausschließlich über die schnelle, verteilte Arten von Kommunikationen wie Twitter oder Google Docs über der Bühne abgewickelt gewesen wäre, würde ich das als einen Glücksspiel nennen, auch wenn jeder gewinnt und nicht nur eine. Bessere Chancen haben auf jeden Fall die Gruppen, wo mehrere erfahrene Profis mitwirken.

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