Get connected – get social

geschrieben am 27.08.2009 um 12:51 von Alrun Mayer in der Kategorie Dos and Don’ts, Events, Online, Trends
Alrun Mayer

Beim gestrigen OTSconnect-Branchenfrühstück zum Thema „Social networks – Fluch oder Segen für die PR?“ dürften wir mit selbigem einen Nerv getroffen haben: Mit 110 Besuchern war das Studio 3 im Radiokulturhaus ausgebucht.

Die Mischung am Podium tat das ihre: Zwei Journalisten (Martin Fichter, Georg Leyrer – beide aus der APA Redaktion), ein Profi für Anwendungsentwicklungen in social networks (Andreas Riepl, GF gtn-solutions), eine Unternehmenssprecherin (Andrea Fleischhacker, ING-DiBa) und die Pionierin der Internetcommunities (Gerlinde Hinterleitner, GF www.derstandard.at ) diskutierten ihre unterschiedlichen Standpunkte zum Thema – anspruchsvoll und kontroversiell.

OTSconnect - Social Media "Fluch oder Segen für die PR?"Für Journalistinnen und Redakteure stellen sich bei der Informationsgewinnung aus social networks hauptsächlich die Probleme nach Urheberschaft, Authentizität und Nachrichtenwert – die Recherche wird mühsamer und aufwändiger; am Ende kann´s einem passieren, dass man „gelegt“ wurde – mit einer geschickt getarnten Werbekampagne.

Zum Aufbau und zur Pflege eines „Vertrauensnetzwerks“ gewinnen sie aber an Bedeutung – was wiederum die Frage aufwirft, wie man berufliches Netzwerk von privaten Kontakten auseinanderhält. Aus unternehmerischer Sicht stellen einen die social networks in vielerlei Hinsicht vor Herausforderungen: Kommunikation wird nicht nur „von oben“ gesteuert – jede/r Mitarbeiter/in einer Organisation kann über Facebook, Twitter & Co. posten, kommentieren, zwitschern – ungesteuert, egal wann, egal über was.

Ebenso ausufernd kann die Betreuung von Communities sein: Frau Hinterleitner gab einen Einblick in die Welt von www.derstandard.at – 8.000 – 12.000 tägliche Postings werden automatisiert auf Inhalt geprüft; in Summe werden ca. 95 % davon online gestellt – auch jene, die sich gegen das Medium richten.

Fakt ist, dass social networks einfach zu einer festen Größe geworden sind – wichtig ist, dass man sich – egal aus welcher Perspektive: privat, beruflich, organisatorisch - über die kommunikativen Ziele im Klaren sein sollte und was daraus entstehen kann; ein halbherziges bisserl geht nicht, dazu ist allein schon die Verbreitung zu groß bzw. die online visibility vorhanden. Einig waren sich Frau Hinterleitner und Frau Fleischhacker darüber, dass man gewisse Kommentare oder Postings eben einfach „aushalten muss“ – die Überzeugungsarbeit in der Chefetage ist eine andere Sache…

OTSconnect - Social Media "Fluch oder Segen für die PR?"Unumstößlich ist aber das Monitoren der social networks – als Pressesprecherin muss man schließlich wissen, was sich „da draußen“ so alles tut.

Zu guter Letzt – die Authentizität als wesentliches Element in social networks; Herr Riepl brachte es kurz und pointiert auf den Punkt: twittern und posten von Montag bis Freitag von 09 – 17 Uhr… das gibt auch Aufschluss über die Funktion des Gegenübers; wichtig ist, dass z.B. Unternehmenschefs nur dann twittern sollten, wenn sie es auch tatsächlich tun (Stichwort: „Propaganda-Zombies in social networks“); authentischer wären da schon die Leute (Gurus?) aus Fachabteilungen, die zu bestimmten Themen einfach aus ihrem Wissen heraus fundiert posten können. Zeitlich anspruchsvoll sind social networks ebenso – vor einem „get social“ die Ressourcen dafür zu planen, ist Hausaufgabe.

Den gesamten Audio-Mitschnitt der Veranstaltung finden Sie hier, und die Bilder hier.

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Ein Kommentar RSS 2 zu Kommentaren abonieren

  1. Marko Zlousic , am 27.08.2009 um 13:31

    Zum ersten Mal war ich gestern bei einer OTSconnect Veranstaltung. Insofern war ich auch sehr über die große Anzahl an BesucherInnen überrascht. Der Einsatz der Diskussionsteilnehmer war ebenfalls bemerkenswert.
    Ich hoffe, dass ihr bald weitere Veranstaltungen zu ähnlichen Themen organisieren werdet.

    Zur vergangenen habe ich einen Beitrag in meinem Blog geschrieben. Siehe:
    http://politx.twoday.net/stories/propaganda-zombies-in-social-networks/

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