01.07.2013 | 10:00 | Kategorie:
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Hetzen wir uns zum Misserfolg?

Alle, die im Bereich PR und/oder Marketing ihr Einkommen finden, werden sich diese Frage, wenn sie genau hinsehen, vielleicht schon mal gestellt haben. Wer regelmäßig twittert, der weiß, dass die aktuellsten Meldungen nicht mehr im Radio, Fernsehen oder Print (welch romantische Vorstellung) passieren, sondern eben auf Twitter.

Auch bei Events wird von Veranstaltern oft am Nutzen der Zielgruppe vorbeiorganisiert und häufig mehr Wert auf schneller! – neuer! – spektakulärer! gelegt. Wobei vielleicht einfach an der Bar stehen und plaudern den positiveren Effekt und Mehrwert für alle Beteiligten hätte.

Sind wir deshalb so geil auf Trachten, wie Dirndln und Lederhosen, weil uns diese Tracht die Illusion der Langsamkeit und Gemütlichkeit vorgaukelt?

Schlager und Co im Aufwind, weil wir uns im Berufsleben dermaßen abhetzen, dass wir uns nach rustikaler Langsamkeit sehnen?

Ja vielleicht, aber das ist nur eine Illusion.

Nur weil wir uns gerne zu einem 5-Gänge-Menü mit Weinbegleitung zusammensetzen und den langsamen Genuss zelebrieren, sind wir nicht unbedingt langsam unterwegs.

Ich gestehe, dass ich ein Paradebeispiel der abgehetzten Generation bin, die immer etwas Neues erfinden muss. Das macht ja auch unglaublich viel Spaß.

Aber viel lustiger ist es, in einem Gastgarten zu sitzen, sämtliche technischen Geräte auszuschalten und sich voll dem persönlichen Kontakt, mit wem auch immer, zu widmen.

Offline für die Dauer des persönlichen Gespräches, das wäre mal eine sehr interessante Erfahrung und sollte eigentlich jeder von uns mal machen.

Innehalten.

Innovativ, schnell und ständig erreichbar sein ist nicht immer interessant. Das ist sogar meistens eher uninteressant. Wer sich rar macht, hat mehr vom Leben, behaupte ich jetzt.

Was bedeutet das für uns abgehetzte Leute, die wir glauben, man muss jeden Social-Media-Schwachsinn mitmachen oder man muss die Kunden immer mit Innovation am laufenden Band beeindrucken?

Alles Unsinn. Schauen wir uns an, wonach wir uns wirklich sehnen. Zeit mit Familie und Freunden, ein gutes Buch im Garten, interessante oder emotionale Gespräche und auch Abwechslung im Alltag.

Das ist bei unseren Kunden und Geschäftspartnern nicht anders. Ich plädiere für Entschleunigung und den Genuss des persönlichen Kontaktes. Wer sich mehr auf seine Gesprächspartner einlässt, der wird sicher auch professioneller wahrgenommen werden.

Ein Offline-Tag pro Woche, um sich wieder ein wenig zu entwöhnen. Ich fang gleich damit an. Nächste Woche …;-)

 

9. Juli 2013, 01:25

Es ist heutzutage schon ein Luxus wenn man es schaft einige St8unden zu „entschleunigen“.
Nicht umsonst kauft sich die Obere schicht Oldtimer und schippert ganz gemächlich durch Weingärten oder langgeschwungene Bergstraßen ohneviel Verkehr ohne Stress. Der der sichs Leisten kann entflieht auf Almhütten an Seen an denen man bis zum Horizont keinen Menschen sieht.
Nur wenn ich das regelmäßig genießeb kann kann ich auch mal hetzen.

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