23.10.2009 | 11:47 AM | Kategorie:
3

PR Agenturen als Spamfilter

Der Umgang von Journalisten mit PR Agenturen ist ja meistens, sagen wir es einmal vorsichtig, ein sehr ehrlicher. Viele Journalisten wähnen sich in der rhetorischen Wahrheitssuche dem Gral näher, als sie es interessensbeauftragten PR Agenturen zugestehen. Oft zu Recht. Die freie Presse ist schließlich das wichtigste und mächtigste Korrektiv unserer Zivilgesellschaft.

Andererseits spielt die PR Branche in einem weit höheren Grad mit offenen Karten als dies andere tun. Und vor allem: sie tut dies professionell. Denn heute, im Content 2.0-Zeitalter schleichen sich ganz neue Wahrheitsbegriffe ein: Der usergenerierte Content mag bei schneller Betrachtung vielen als „die bessere Wahrheit von unten“, als die ungefilterte, authentischere Wahrnehmung von Nichtprofis erscheinen.

Bei genauerer Betrachtung ist diese jedoch weit schlimmer: Es handelt sich um Massenmüll. Hochgradig unreflektiert und vor allem unrecherchiert. Journalisten, Medien und Informations-Portale werden künftig noch weit stärker mit User-Content zugemüllt werden, als dies jetzt schon der Fall ist. 

PR-Agenturen arbeiten dagegen professionell und sauber. Das heißt, im Inhalt nachvollziehbar und gut recherchiert. Denn anders werden sie ihren Job in der Sandwichposition zwischen Auftraggeber und Medien bzw. öffentlicher Meinung sehr schnell wieder los. Und das ist gut so. Denn das macht unsere PR-Branche zu einem wirksamen Spamfilter. Im Dienste der Wahrheit mit all ihren Facetten.

25. Oktober 2009, 09:54

Hallo Herr Martschin,

danke für diesen Beitrag, endlich mal ein Ansatz, der die professionelle PR-Arbeit in einer neuen Facette beleuchtet, den sie verdient hat. Denn es gilt nach wie vor: Facharbeiten sollten Spezialisten ausführen. Und das mit dem gesamten Instrumentarium, das zur Verfügung steht. Nur so kann der Wunsch nach „echtem“ Content auch wirklich erfüllt werden …

Viele Grüße
F.-M. Preuss

27. Oktober 2009, 07:10

Ich glaube wir sollten uns davor hüten, in Lagerkämpfe zu verfallen. Die interessante Frage bei allen Inhalten ist und bleibt: Wer finanziert sie?

Dabei muss man leider bisweilen feststellen, dass nicht jedes renommierte Medienformat ein Garant für Qualität ist. Da gibt es in Deutschland beispielsweise seit kurzem den angeblichen Fall der Neurodermitis-Wunderheilung mit einer kostengünstig zu produzierenden Salbe. Allein keiner der großen Pharmakonzerne zeigt Interesse an dem Präparat.

Ausgestrahlt wurde ein Beitrag zum Thema unter anderem bei der ARD:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3161202

Gerade hier hat Social Media einen wesentlichen Beitrag zur Relativierung geleistet – zum Beispiel hier

http://gesundheit.blogger.de/

http://fdog.wordpress.com/2009/10/22/denken-unerwunscht/

Und wenn wir uns ansehen, dass man in Deutschland gegenwärtig eine Art GEMA für Verlage einführen will, muss man sich schon fragen, wohin das führen soll.

Thomas Knüwer spekuliert in seinem Blog nicht ganz zu Unrecht darüber, ob die Politik den Medien damit nicht auch als netten Nebeneffekt den Kritikzahn ziehen würde: http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2241

Das heißt natürlich nicht, dass künftig nur noch Social Media gute Inhalte produzieren wird. Vielmehr müssen wir uns alle wieder mehr Quellenkritik beim Medienkonsum angewöhnen!

Viele Grüße
Axel Schmidt

26. November 2009, 10:57

Wie Gema fuer Verlage?

Kommentieren

Ihre Daten werden im Rahmen der Kommentarfunktion gespeichert, darüberhinaus aber für keine weiteren Zwecke verwendet. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar zurücksetzen