28.06.2012 | 10:52 AM | Kategorie:
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Mitarbeiter, die (nicht) bloggen…

Letzte Woche traf ich eine Freundin, die in einer Projektgruppe „Mitarbeiter-Blog“ mitarbeitet. Ihr Arbeitgeber möchte dieses Instrument (vorerst nur für die Interne Kommunikation) einführen, Erfahrungen sammeln und dann auch einen „Corporate Blog“ starten. Wir nutzten die bewährten Kaffeehaus-Servietten (die iPads waren nicht dabei), um eine schnelle Checkliste zu erstellen.

Für alle, deren Organisationen diese Instrumente noch nicht nutzen, hier unsere Checkliste mit der Einladung sie individuell zu erweitern, umzubauen, zu streichen, etc.:

  1. Sind die Ziele klar? Was wollen wir mit dem Blog? Den Teamspirit erhöhen (also eher
    lockere Inhalte), Leistungen sichtbar machen, ernsthaftes Projektmanagement
    betreiben, etc.
  2. Wie passt es zur Unternehmens- und Kommunikationskultur? Sind wir bereit für
    „offene Kommunikation“ (hoffentlich!)? Etc.
  3. Gibt es ein Team, das sich darum kümmert? Z.B. Einschulungen macht; selbst postet,
    wenn gerade Flaute ist; Leute animiert; etc.
  4. Welche Guidelines braucht es? Möglichst einfache und nicht zu umfangreiche bzw.
    einschränkende! Für den Intranet-Blog reichen wahrscheinlich einige wenige
    Vereinbarungen. Wenn es dann „nach außen“ geht, finden sich Anregungen für deutschsprachige Social Media Guidelines im Netz.
  5. Sind die Führungskräfte (Vorbildfunktion!) ausreichend eingebunden?
  6. Wie beantworten wir die Fragen der Skeptiker?
  7. Welche technische Lösung passt zu unseren Anforderungen?

Und die letzte – aber wichtigste Frage: Wie motivieren wir die MitarbeiterInnen zu bloggen?

Eine Untersuchung in den USA ergab, dass 58% der Mitarbeiter einmal wöchentlich oder öfter Intranet 2.0 Tools „füttern“  (hingegen nur 28% der Führungskräfte) – im deutschsprachigen Raum habe ich dazu keine Angaben gefunden. Also: Klären, ob der Bedarf (und wofür konkret, siehe Punkt 1) bei den MitarbeiterInnen wirklich gegeben ist; die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen; den Sinn und Nutzen vermitteln und am besten möglichst viele KollegInnen schon die Entwicklungsüberlegungen einbeziehen, damit es tatsächlich ein gemeinsames Projekt wird. Und last but not least: Locker bleiben und Dinge ausprobieren (es muss nicht gleich alles 100% perfekt sein, authentisch ist wichtiger!).

Noch andere Ideen?

29. Juni 2012, 12:14

Ja, bitte mehr authentische Corporate Blogs! Ich stimme Ihrer Checkliste zu 100 % zu. Auf jeden Fall sollte bei Blog-Aktivitäten nicht vorrangig auf Perfektion geachtet werden.
Wichtig ist, dass es Spaß macht und einen Nutzen hat – für Leser und Schreiber.

Ich glaube es ist sehr wichtig den Respekt (manchmal sogar die Angst) vor dem geschriebenen Wort zu verlieren. Viele spüren noch den Deutschlehrer im „Gnack“, der mit einem Fetzn wachelt, nur wegen einer Themen-Verfehlung. Dabei hat so mancher Deutschlehrer einfach nur zu wenig Fantasie.

Noch was ganz wichtiges:
Bei der ersten Planung sollte unbedingt der Faktor ZEIT berücksichtigt werden. Es ist sehr Zeitaufwändig einen Corporate Blog permanent zu befüllen.

Es geht aber auch so wie hier, beim OTS-Blog. Gastautoren suchen und los. 🙂

6. Juli 2012, 11:22

Ja, die Zeit! Z.B. sollte man/frau ZEITNAH auf Kommentare antworten 🙂 – aber besser spät als gar nicht! Über den „Deutschlehrer im Gnack“ ´musste ich lachen – den kenn‘ ich auch. Aber es soll ja auch große Schriftsteller mit zeitweisen Schreibblockaden gegeben haben. Genannt werden immer wieder Hemingway und Kafka (ob die das wohl auch so beschrieben hätten?), also wähne ich mich in guter Gesellschaft. Was auch manchmal hilft: aufstehen, Bewegung machen und danach neuen Versuch starten!

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