06.12.2010 | 6:46 PM | Kategorie:
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Weihnachtsfeier? Nicht immer eine stille Nacht.

Jetzt geht’s also wieder los. Wie jedes Jahr sind wir mitten im Weihnachtsstress. Abgesehen von der Familien-Weihnachtsfeier steht den meisten von uns auch die alljährliche Firmenweihnachtsfeier für die Belegschaft ins Haus. Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Weihnachtsfeiern. Und damit meine ich nicht die kreativen Ergüsse von AssistentInnen der GF, die einmal pro Jahr einen Event organisieren und dabei jede Event-Agentur in den Schatten stellen sollen. Was keine Kritik an den Event-organisatorischen Talenten der AssistentInnen sein soll – eher am Management, das immer das Besondere erwartet. Es geht mehr um die Weihnachtsfeiern, die wie eine „Kinderjause“ beginnen und überraschend enden. Ich möchte ein paar Weihnachtsfeiern aus meiner Event-Erfahrung schildern:

Die „Schuss ins Knie“ Weihnachtsfeier

Als Event-Veranstalter hat man sehr oft mit großen Unternehmen zu tun. Die größten Firmen sind bei der Weihnachtsfeier allerdings oft etwas „knausrig“. Vor einiger Zeit hab ich eine Weihnachtsfeier von einer richtig großen Firma miterlebt. Börsennotiert, Milliarden-Umsätze, tausende Mitarbeiter weltweit mit Hauptquartier in Wien. Zur Weihnachtsfeier waren nicht alle Mitarbeiter des Unternehmens geladen, sondern nur die Wiener Mitarbeiter. Ich weiß nicht, wer die Weihnachtsfeier organisiert hat, aber es wurde offensichtlich viel Wert auf die äußere Erscheinung der Location gelegt und weniger auf das Wohl der Mitarbeiter. Nach zwei Getränken war Schluss für die Mitarbeiter, jedes weitere Getränk mussten sie selbst bezahlen. Nachdem die Location im oberen Preissegment angesiedelt war, hat sich die Weihnachtsfeier dementsprechend schnell aufgelöst – mit Kommentaren, die das Management (das offensichtlich weiterhin auf „Spesen“ getrunken hat) sicher gerne gehört hätte. Damals war von Facebook und Co noch keine Rede …

Die Mitarbeiter-Weihnachtsfeier ist als Incentive auch Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Bei dieser Weihnachtsfeier hab ich von der Belegschaft kein einziges positives Wort über die Arbeitgeber gehört – deren Bekanntenkreis wohl auch nicht.

Die „dem zeig ich’s“ Weihnachtsfeier

Die lustigsten Weihnachtsfeiern sind die, bei denen Unvorhersehbares passiert.

Da gab es einmal eine Weihnachtsfeier, die ganz normal anfing und in einem richtigen Chaos endete. Wie bei jeder Weihnachtsfeier trudelten die Leute nach einander ein. Etwa 20 bis 30 Minuten nach dem „offiziellen Eröffnungszeitpunkt“ sollten alle Mitarbeiter anwesend sein. Nicht so bei dieser Weihnachtsfeier. Nach 45 Minuten waren von den 70 Mitarbeitern noch immer erst circa 20 anwesend, worauf der Geschäftsführer eine Brandrede über die Arbeitsmoral der Belegschaft hielt, die in der maßlosen Beschimpfung des Co-Geschäftsführers gipfelte. Daraufhin beschimpfte der wiederum den Geschäftsführer, was zur Auflösung der gesamten Weihnachtsfeier führte. Der ganze „Weihnachtsfeier-Spuk“ dauerte nicht einmal 60 Minuten. Ich habe keine Ahnung, ob es die Firma noch gibt.

Dieser Weihnachtsmann war offensichtlich Vorbild für die nächste Weihnachtsfeier. 😉

Die „wir haben uns alle so lieb“ Weihnachtsfeier

Ebenfalls lustig sind Weihnachtsfeiern, wo sich einzelne Mitarbeiter auf einmal sehr lieb haben. Einmal war ich bei einer Weihnachtsfeier, die eigentlich ganz normal begann, so wie fast jede Weihnachtsfeier. Bei dieser Weihnachtsfeier war allerdings das Buffet eher etwas versteckt, es gab zu wenig Tische dafür sehr viel Platz an der Bar und reichlich Alkohol.

Der Großteil der Mitarbeiter war zwischen 20 und 30 Jahre und sehr entspannt. Je später der Abend wurde, umso intensiver wurden die Köpfe zusammengesteckt und das hatte nicht immer etwas mit der lauten Musik zu tun. 😉

Über den weiteren Verlauf dieser Veranstaltung möchte ich nicht so sehr ins Detail gehen. Nur so viel, ein etwas konservativerer Mitarbeiter verließ völlig entrüstet die Veranstaltung und die Toiletten wurden nicht ausschließlich für ihren eigentlichen Zweck verwendet. Hat ein bisschen was von den 60ern. 🙂

So viel ich weiß gibt es die Firma noch und die Stimmung soll sehr gut sein.

Als „alter“ Eventhase möchte ich allen Mitarbeitern nahelegen, auf jeden Fall die Firmenweihnachtsfeier zu besuchen und versuchen, den Abend zu genießen, auch wenn der Chef eine „Spaßbremse“ sein sollte. Jedenfalls sollte mit dem Alkohol etwas vorsichtig umgegangen werden.

Für das Management sollte die Weihnachtsfeier Chefsache sein, denn die Weihnachtsfeier ist auch Motivations-Schub für die Mitarbeiter. Und was ist ein Unternehmen ohne motivierte Mitarbeiter?

Ich wünsche allen ein fröhliches Feiern und viel Spaß bei der Firmen-Weihnachtsfeier.

Falls es unter den Lesern auch noch lustige, skurrile oder einfach nur blöde Weihnachtsfeier-Geschichten gibt, dann bitte schreiben (geht auch im Jänner).

19. November 2012, 11:27

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