10.11.2008 | 11:21 AM | Kategorie:
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„Die Zukunft ist weiblich. Gute Journalistinnen kommen überall hin“

Die Zukunft ist weiblich

Die Zukunft ist weiblich. Gute Journalistinnen kommen überall hin

So lautet der Titel des Internationalen Journalistinnenkongresses, der gestern, Sonntag, im ORF startete. Dürfte stimmen, wenn man bedenkt, dass die teilnehmenden Medienfrauen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark nicht erst am Montag mit ihrer Arbeit beginnen, sondern bereits am Sonntag.

Die Zukunft ist weiblich

Bis Dienstag folgen mehr als 50 Frauen dem Ruf der Bundeszentrale für politische Bildung und gehen der Frage nach, warum es in den Chefetagen der Medienunternehmen immer noch so wenige Frauen gibt. Interessante Statements fielen da. Von einer fehlenden Frauenbewegtheit und Frauenbewegung über ein noch durchaus ausbaufähiges neues Bewusstsein, auch in Hinblick auf das ewige Kinderthema, das bei solchen Veranstaltungen immer wieder auftaucht (nämlich, dass das Frauen- UND Männersache ist) bis hin zu Tipps und Tricks wie frau denn am besten die Karriere ankurbelt.

Einige Statements möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. So meinte etwas Dr. Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin vom Standard und damit so etwas wie die Vorzeige-Frau der österreichischen Medienlandschaft, dass sie beim JournalistInnen-Nachwuchs immer wieder die Erfahrung mache, dass Frauen, wenn es um Probeartikel geht, meist besser seien. Allerdings trauen sie sich nach wie vor zu wenig zu. Da könne frau sich ruhig etwas von den Männern abschauen.

Eva KohlruschEva Kohlrusch (Vorsitzende Journalistinnenbund Deutschland) meinte auf einen Hinweis einer Teilnehmerin, dass sie immer, wenn sie einen neuen Job habe, sich aufs neue beweisen müsse und wieder sozusagen „von unten“ anfangen müsse: „Ich habe acht Jahre lang in der Bild-Redaktion jeden Morgen neu anfangen müssen“ und brachte die Situation vieler Frauen damit auf den Punkt.

Auch dem zwar sehr klischeehaften, aber wohl doch auch ein bisschen realistischen Harmoniebedürfnis vieler Frauen wurde der Kampf angesagt. „Die Harmoniesucht muss ich draußen vor der Tür lassen, wenn es um Macht geht“, so Birgit Wentzien (SWR-Studioleiterin , ARD-Hauptstudio Berlin).

Podiumsdiskussion

Von links: Alexandra Förderl-Schmid (Der Standard), Birgit Wentzien (SWR, ARD), Annette Milz (Medium Magazin), Eva Kohlrusch (Journalistinnenbund Deutschland), Claudia Knauer (Nordschleswiger, Dänemark) und Catherine Duttweiler (Bieler Tagblatt); Fotos: Michael Hetzmannseder

Und noch ein interessanter Hinweis zu Führungspositionen, egal ob weiblich oder männlich besetzt. Prof. Dr. Sonja Bischoff von der Universität Hamburg, die seit 1986 Führungskräfte-Studien durchführt, überraschte mit interessanten Ergebnissen. Bei ihren Befragungen an Führungskräften, welche Faktoren sie zum Erfolg gebracht haben, nennen über die Jahre (die Studien werden in regelmäßigen Abständen gemacht) immer mehr Führungskräfte den Erfolgsfaktor äußere Erscheinung. Und zwar bereits an dritter Stelle nach den Spezialkenntnissen und Sprachkenntnissen und bereits vor beruflichen Erfahrungen während des Studiums (wo bereits Kontakte geknüpft werden) und persönliche Beziehungen. Demnach nennen 50 Prozent der befragten Männer aus dem Mittelmanagement den Erfolgsfaktor äußeres Erscheinungsbild. Keine Ahnung was frau davon halten soll …

21. November 2008, 03:44

Erst kürzlich habe ich einen interessanten Artikel zu dem Thema Frauen in Führungspositionen unter http://kopfarbeit-seminare.de/blog.html gelesen.
Darin wird ebenfalls bestätigt, dass Frauen häufig an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln und in Vorstellungsgesprächen beispielsweise dazu neigen, sich unter ihrem Wert zu verkaufen – obwohl es dazu keinen Grund gibt.

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