04.11.2013 | 9:01 AM | Kategorie:
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Ausprobieren ist scheitern vor dem Gewinn

Vor einiger Zeit habe ich von einem lieben Freund ein Buch mit fast 1300 Seiten geschenkt bekommen. Zuerst dachte ich mir, er will mich frotzeln, wer liest schon Bücher mit über tausend Seiten? Dann ist der Titel dieses Buches auch noch „Ideen“. 1300 Seiten Ideen? Das klingt wie ein völlig unnötiger esoterischer Ideen-Bauchladen-Quatsch.

Umso überraschter war ich, als ich das Buch zu lesen begann. Der Untertitel „Eine Kulturgeschichte von der Entdeckung des Feuers bis zur Moderne“ überzeugte mich, dem Buch doch etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Ich will hier nicht unbedingt mit Buchrezensionen anfangen, es geht mir auch nicht darum aufzuzeigen, dass Peter Watson mit seinem Buch ein echt tolles Werk umgesetzt hat. Vielmehr ist für mich die Tatsache äußerst interessant, dass es in der Menschheit viele Beispiele gibt, wie einzelne Menschen die Geschichte der Welt verändert haben. Und ich rede da jetzt nicht von Religion, Politik oder Wirtschaft.

Noch interessanter ist, dass viele vielversprechende Ideen Hand in Hand mit dem Scheitern einhergehen. So manche Entwicklung der Geschichte hat sich bis zum endgültigen Erfolg „herangescheitert“. Leider ist es heute absolut unpopulär zu scheitern.

Heute muss fast alles erfolgreich sein und das schnell. Das war schon einmal ein Thema hier „Hetzen wir uns zum Misserfolg?

Und wenn es schon nicht erfolgreich ist, dann sollte man zumindest nicht auffallen und alles so weiterlaufen (plätschern) lassen wie bisher. Nach dem Motto: Wer nichts Neues wagt, kann nicht verlieren.

Man merkt diese Kultur leider allzu intensiv in der Politik, aber auch bei großen Unternehmen oder auch so manchen Verbänden und Organisationen. Erst vor Kurzem hat die Österreich Werbung eine Presseaussendung mit der Überschrift „Tourismusbranche sucht neue Denkansätze“ verbreitet. Das waren einmal ganz ungewöhnliche Töne. Selbstkritik ist ja nicht das, womit man die Tourismusbranche im allgemeinen in Verbindung bringt. Gut so.

Weil nur wer Neues wagt, kann auch wirklich gewinnen. Dabei geht es allerdings nicht unbedingt immer um den schnöden Mammon.

In Österreich bekommen wir ja momentan (politisch) ziemlich prominent mit, dass „immer nur das Gleiche“ zu wachsender Unzufriedenheit führt. Ich werde jetzt nicht anfangen zu politisieren, aber ich bin doch sehr gespannt, wie sich dieser Trend (!?) zum Mut (?) für Veränderungen auswirken wird.

Ich denke allerdings auch, dass hier die Medien ein wenig in die Pflicht genommen werden müssen. Nicht alles, was ausprobiert wird, ist von vornherein abzulehnen, zumindest nicht so, dass gleich jemand öffentlich geteert und gefedert wird. Vielleicht liegt es auch ein wenig an den Medien, dass manche Institution keinen Mut besitzt, innovative oder auch revolutionäre Ideen umzusetzen.

Selbstkritik ist eine gute Sache.

5. Dezember 2013, 02:24

Also ich kann ihre anfängliche Skepzis verstehen. Wenn mir jemand ein Buch mit solcher Dimension schenken und diese Titel besitzt, würde ich wahrscheinlich nicht einmal anfangen mit dem Lesen. Aber was heißt das für mich? Sie hatten auch diesen Gedanken und haben denoch mit dem Lesen begonnen und eine schöne Erfahrung gehabt. Ich glaube, ich sollte mir mal ein paar Gedanken zu Vorurteilen machen.

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