20.06.2013 | 10:30 AM | Kategorie:
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Multimedia Storytelling – Geschichten mit Bildern zum Leben erwecken

Gute Geschichten zaubern dem Leser Bilder in den Kopf. Das funktioniert auch umgekehrt. Bei zwei Workshops zum Thema Multimediales Storytelling habe ich mich in der Erstellung von Audioslides und Videos erprobt.

Mit Ton und Bildern Geschichten zu erzählen, gelingt nicht nur dem Medium Film. Bei einem Workshop am Kuratorium für Journalistenausbildung drehte sich alles um Audioslides. Darunter versteht man professionell mit Ton – Interviews, O-Ton, Atmosphäre, Musik, Sprecher – aufbereitete Fotogalerien, sogenannte Slideshows. Journalist Dr. Matthias Eberl hat sich schon lange diesem Thema verschrieben und zeigt uns zahlreiche Beispiele, wie man dieses Medium gekonnt einsetzt. Anschaulich erklärt uns Eberl in zwei Tagen Theorie und Praxis von Audioslides und für welche Themen sich Audioslides eignen. Warum wechselt man überhaupt zu diesem Medium, wenn es doch Bewegtbilder gibt? Ich stelle fest, der Grund, warum manche Videos nicht bei mir ankommen, liegt auch daran, dass nicht jeder Inhalt gut per Video übermittelt werden kann. Was, wenn gar keine Bewegung in einer Geschichte stattfindet? Oder ein Video nur von der eigentlichen Geschichte ablenken würde? Je mehr man sich mit Audioslides beschäftigt, desto klarer wird, dass viele Gründe für den Einsatz dieses Mediums sprechen. Die Umsetzung ist spannend und da wir für unsere Aufnahmen nur eine Stunde Zeit haben, lenkt mich der richtige Umgang mit Kamera, Mikrofon und Aufnahmegerät noch etwas von der eigentlichen Story ab. Dennoch bin ich fasziniert davon, wie schnell man mit Audioslides Geschichten erzählen kann – wenn man die Technik erstmals beherrscht. In Österreich hat das Medium anscheinend noch nicht richtig Anklang gefunden. In Deutschland werden Audioslides bereits gekonnt eingesetzt, unter anderem von der TAZ. Wie es damit weitergeht? Ich bin gespannt.

Mit großer Skepsis habe ich mich in einem Video-Workshop aus der Serie blog n‘buzz dem Thema Video gestellt. Ich liebe Filme und meine Aufmerksamkeit gilt oft weniger den Schauspielern als der Kameraführung und ausgewählten Bildausschnitten. Ich war wohl deshalb so skeptisch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein Tag ausreicht, um sich diesem Medium so weit zu nähern, dass wir selbst ein kurzes Video drehen könnten. Denn das war der Plan. Ich wurde überrascht. Matthias Brünner von der FH Wien hat uns genau so viel Wissen mitgegeben, dass wir ab sofort die gröbsten Fehler vermeiden können, ohne uns mit technischem Know-how zu überfrachten. Die Grundregeln sind einfach und betreffen beispielsweise Weißabgleich, Blende und Schärfeneinstellung, oder den goldenen Schnitt. Die richtigen Einstellungen und die passende Positionierung der Kamera sind für ambitionierte Hobbyfotografen schnell umzusetzen. Ich lerne viel an diesem Tag, vor allem welche Rolle die richtige Ausrüstung spielt, beispielsweise gelingt ohne Filmstativ keine professionelle Aufnahme. Schwer zu sagen, was mir mehr Freude bereitet hat: das Interview zu führen, die verschiedenen Kameraeinstellungen oder der Schnitt – ich war bei jedem Teilbereich ganz in meinem Element. Faszination Video ist mein erstes Kurzportrait, das ich gemeinsam mit Kurskollegin Petra Jezik gedreht und geschnitten habe.

Mein Fazit: Storytelling funktioniert auf vielen Ebenen und die Kombination von Text, Ton und Bild belebt Geschichten. Vorausgesetzt, die Qualität stimmt.

20. Juni 2013, 04:01

Storytelling einmal vom Zugang der Medienseite betrachtet – das ist spannend. Und ich finde interessant, dass es zu den neuen technischen Medien einen raschen Zugang gibt. Das erste Video ist das wirklich toll geworden.

4. Juli 2013, 04:07

Wir sind nun mal in erster Linie visuelle Typen und es ist schön, dass es mittlerweile relativ leicht ist, verschiedene Arten von Videos für die Anwendung im Internet zu erstellen. Natürlich sollte jede und jeder die wichtigsten Dinge zuvor lernen, und zwar von Menschen, die etwas davon verstehen. Aber zum Glück sind die Ansprüche an Online-Videos nicht vergleichbar mit Filmen, die für TV und Kino gemacht werden. Und mit ein bisschen Übung funktioniert das Ganze schon recht gut.
Ist in den Kursen auch die Software Camtasia Studio angesprochen worden ? Sie wird von den meisten Internet-Profis wärmestens empfohlen und zwar zur Bearbeitung von Videoaufnahmen und auch zur Erstellung von Screencapture-Filmen. Ich selbst bin kurz davor, mir die Testversion herunterzuladen und erste Erfahrungen zu sammeln.
Auf jeden Fall wünsche ich viel Spaß beim Videos erstellen und jederzeit gute Ideen für gute Geschichten !

4. Juli 2013, 10:13

also ich halte auch viel von Videos, denn man kann über das Visuelle ein weitaus größeren Zugang bekommen. Es ist richtig, dass unser Hirn alles in Bildern verarbeitet und der Mensch sich daraus seine eigene Realität erschafft. Ich selbst arbeite auch mit Videos, denn man den Menschen viel schneller und intensiver erreichen.

8. Juli 2013, 08:40

Liebe Alex, liebe Ruth, liebe Angela,

vielen Dank für eure Kommentare. Der Vergleich Online-Videos und Film eröffnet einen spannenden Diskurs, da ja bereits Hollywoodfilme mit hochwertigen Spiegelreflexkameras gedreht werden. An der Filmbranche geht dieser Trend keineswegs vorbei. Eher schon gibt sie Trends im Online-Video-Bereich vor. Der Einsatz von Handkameras bei „Blair-Witch-Project“ hat beispielsweise einen großen Hype ausgelöst. Aktuell findet ein großer Qualitätssprung in der Werbung statt, so dass immer mehr Commercials in der Qualität von Spielfilmen gedreht werden. Dazu benötigt man ein professionelles Team mit viel Erfahrung. Natürlich ist das Resultat nicht mit einem Video vergleichbar, dass man nach der Absolvierung eines 1-Tages-Video-Kurses erstellt hat. 😉

Da unser Workshop sehr an den Grundlagen der Videoerstellung orientiert war, habe ich zum Schneiden nur Final Cut Pro kennengelernt. Das hat allerdings wunderbar geklappt.

Herzlichen Gruß,
Johanna

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