02.06.2010 | 4:30 PM | Kategorie:
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Der Krieg um die Öffentlichkeit hat erst begonnen. Virtuelle Demonstrationen – Teil 2

Aus der Umwelt-NGO-Szene spricht man gerne vom virtuell geführten Greenpeace versus Nestle Kampfes um das Palmöl. Greenpeace hat konsequent Mittel gewählt, die das Internet kostenlos zur Verfügung stellt. Zwei Videoplattformen, zahlreiche Blogs, Social Networks, eine Fotoplattform und ein Microblogging-Dienst wurden zum Schauplatz für ein Musterstück besten eCampainings. Doch erst Nestle hat Greenpeace den Mediensprung verschafft, indem es ein Video von YouTube löschen hat lassen.

Nur deshalb, weil Nestle diesen Spot bei Youtube löschen hat lassen, ist das Ganze überhaupt erst so aufgekocht, so analysierte die Agentur Digital Affairs für uns exklusiv Causa. Als YouTube sich Nestle beugte und zensierte, wurde das Video einfach direkt auf Vimeo geladen und die Medien hatten einen echten Anlass zum Berichten. Anlass des ganzen war, das Palmöl von den Plantagen Indonesiens größten Urwaldzerstörers Sinar Mas für die Herstellung von Nestle Produkten verwendet wurde. Nestle hat unter anderem seine Facebook-Fanseite offline genommen, da Ihnen die Konversation nicht genehm war. Nestle war definitiv der Verlierer. Dennoch war Greenpeace nicht mehr unumstrittener Gewinner. Die Agentur Digital Affairs analysierte weiter, dass es keinen Gewinner gab. Schuld daran, die Transparenz. Schnell wurde das Verhalten von Greenpeace auch kritisiert, so Judith Denkmayer.

Ich habe im Fall Nestle schon das Gefühl gehabt, dass von Greenpeace aus das alte Modell wieder verwendet worden ist und dass in Social Media im Sinne von „wir geben euch unsere Tatsachen“, die aber gar nicht so sauber recherchiert waren und sehr suggestiv präsentiert worden sind. Die Leute lassen sich das nicht mehr so leicht vorsetzen. Letztendlich finde ich nicht, dass es für Greenpeace ein Imagegewinn war und auch nicht fr die Sache selbst, so Denkmayer im Interview.

Was bleibt neue Nachrichten & das Ende der klassischen Webseite
90 Prozent der Menschen, die Werbeeinschaltungen ausschalten oder umschalten können, tun das auch. Wer von euch schaut sich während der Fernsehunterbrechungen den Werbeblock als ganzen an bis die Sendung wieder fortgesetzt wird? Werbung schafft daher immer schwieriger den Return of Invest. Was sich daraus ableiten ließe?
Das alte Kommunikationskonzept war ein Monolog und hat keine Zukunft mehr. Es hat ausgedient. Punkt. Doch was bedeutet das für unsere Nachrichten?

Luca Hammer, Österreichs führender Blogger sieht eine neue Qualität an Nachrichten. Es wird mehr Menschen geben, die Nachrichten verbreiten und selbst Nachrichtenhersteller sind. Zeugen von Ereignissen können über die Plattformen schneller und direkter kommunizieren und haben wiederum gegenüber den klassischen Medien eine Korrekturfunktion. Zum Beispiel wurde vieles über #unibrennt geschrieben, was so nicht richtig war. Ich werfe den Medien nicht vor, absichtlich falsche Sachen geschrieben zu haben, sie haben es halt so mitbekommen. Über den Livestream und Facebook, etc., hatten wir die Möglichkeit solche Meldungen richtig zu stellen und unsere Sicht der Dinge kund zu tun, so Luca Hammer der bei der Audimaxbesetzung den Livestream installierte und organisierte.

Für Luca Hammer verändert sich weiters die Aufgabe einer Webseite fundamental. Die Website nimmt eine eher passive Rolle ein, die sozialen Plattformen hingegen eine aktive. Für Leute die nicht so webaffin sind braucht es trotzdem die Website hier werden die Informationen aus anderen Kommunikationskanälen gesammelt, so Luca im Interview mit dem neuen Österreichischen Medienjournal.

Literatur: Constanze Horvath, Internet und Demokratie. Welche digitalen Partizipationsmöglichkeiten zur Verbesserung des demokratischen politischen Systems besitzt das Internet? (Dipl. Wien 2000)

Stefan Wray, Elektronischer Ziviler Ungehorsam und das World Wide Web des Hacktivismus Auerparlamentarische Direkte Aktion im Netz In: www.trend.infopartisan.net/trd7800/t147800.htm

Neues Österreichisches Medienjournal, http://www.medienjournal.at

9. Juni 2012, 01:52

[…] Stefan Wray, Elektronischer Ziviler Ungehorsam und das World Wide Web des Hacktivismus Auerparlamentarische Direkte Aktion im Netz In: http://www.trend.infopartisan.net/trd7800/t147800.htm […]

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