04.02.2014 | 11:53 AM | Kategorie:
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10 Jahre Facebook – haben wir das gebraucht?

Jetzt sind es also schon zehn Jahre, die Facebook am Buckel hat. Was hat uns allen Facebook gebracht? Und war das notwendig? Was wäre, wenn Facebook nicht erfunden worden wäre?

Ich denke, wenn es nicht Facebook wäre, dann wäre es eben eine andere Plattform. Die Welt hat offensichtlich so etwas wie Facebook gebraucht.

Wirklich toll bei Facebook ist es, wenn man alte Freunde, Bekannte, Schulkameraden nach langen Jahren wieder trifft, um gleich mal festzustellen, dass man sie …

a) nicht vermisst hat und man jetzt ganz genau weiß, warum der Kontakt vor langer Zeit abgebrochen ist, oder

b) es ein komplettes Rätsel ist, warum man sich aus den Augen verloren hat, weil man es ja so lustig miteinander hat und eigentlich immer schon hatte.

Noch ein wesentliches Facebook-Merkmal ist, dass wir jetzt immer wissen, wo wer auf Urlaub ist. Urlaubsfotos inklusive. Bin ich der Einzige, der die meisten Urlaubsfotos ziemlich langweilig findet?

Wirklich bemerkenswert ist, dass wir jetzt etwas mehr über den Begriff „Freund“ nachdenken. Es gibt bei vielen (meist jungen Menschen) die Einstellung, dass Freunde alle sind, die uns irgendwann im Leben über den Weg gelaufen sind. Und manchmal ist nicht einmal das notwendig. Jeder ist gleich Freund. Vielleicht deshalb, weil sich Mark Zuckerberg mit seiner Facemash.com-Seite nicht wirklich viele Freunde gemacht haben kann – zumindest unter der intelligenten Studentenschaft – und somit versucht hat, wenigstens im Netz viele Freunde zu finden.

Na super, dann wäre ja jeder mit jedem befreundet, nur weil der 19-jährige Zuckerberg eine vermeintlich komplexbeladene Einstellung zu weiblichen Studentinnen hatte. Wollen wir das? Ja, offensichtlich schon.

Eine Ausprägung dieser Sehnsucht, „Freunde“ zu finden oder haben zu wollen, sind diese absolut sinnlosen Grafiken, die einen aufstacheln möchten, diese Grafiken zu teilen, um uns aber auch einzureden, dass wir ohnehin nicht den Mut dazu haben. Weil nur echte Freunde eine Grafik teilen, auf der steht, was ein echter Freund ist.

Haben wir das gebraucht? Ja, offensichtlich schon.

Was hat uns Facebook noch gebracht? Verbrecher-Fahndung über soziale Medien ist aus meiner Sicht okay, wenn es ausschließlich von der Polizei ausgeht – sonst finde ich das eher bedenklich. Manches sollte man Profis überlassen. Vieles ist transparenter geworden, was einerseits gut ist, wenn nämlich die Menschen nicht nur über oft gesteuerte Kampagnen informiert werden. Aber andererseits natürlich sehr schlecht, wenn es zu Rufmord führt. Wobei wir bei der Mobbing-Problematik sind, die leider über Facebook gleich im ganz großen Stil über die Bühne geht.

Ist der Bote schuld? Eher nicht.

Facebook ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Bassena-Tratsch gehört, mit all seinen Auswirkungen, einfach dazu. Oh,… ich hab gerade eine FB-Nachricht von einem „Freund“ bekommen. Na, den hab ich ja schon lange … Und wo der schon überall war!

17. Februar 2014, 11:01

Hallo Martin,

ein paar kleine Anmerkungen habe ich dann schon zu deinem Blog…

Den ersten Teil finde ich recht gelungen und drückt eigentlich aus was eine ganze Menge von Menschen denken…. (alte Schulfreunde, Bekannte mit den man nicht verknüpft sein möchte etc.) nicht ganz so gelungen finde ich den zweiten Teil, da hier die Ambivalenzen nicht breit genug herausstechen. Inhaltlich gehe ich damit einher, dass es eher zweifelhaft ist „Verdächtige“ in einem solchen Netzwerk zu suchen. Was ist wenn die Leute unschuldig sind? Was ist wenn es ein Fake ist? Photoshop macht viel Möglich, auch im Bereich Bilder von Kfz’s und darauf erkenntliche Nummernschilder.
Einen weiteren Bereich denn ich im Social Media sehe ist der Weg des Marketing, der „Kunde“ hat die Möglichkeit bewusst seine Interessen zu hinterlegen und diesen entsprechend beworben zu werden. Die Frage ist nur, woher weiß er was er will? Kommt das aus seinen gemachten „gefällt mir“ Angaben? In der Regel ja schon, irgendwie. Doch kann er dann wirklich noch selbst abschätzenwas er möchte, ist er noch in der Lage „neue“ Angebote zu erkennen oder schwimmt er nur noch in der eigenen Suppe? Und wie schaffen es Marken den Kunden zu fangen, dass mus recht früh geschehen. Vielleicht zu früh wenn ich da an das Kinder und Jugendalter denke…

Ein paar angeschnittene Phrasen zeigen, dass FB mehr ist als man hier in kurzenThesen abreisen kann. Vielleicht wird es Zeit, sich wissenschaftlich empirisch und oder theoretisch mit FB zu befassen!?
Was meint ihr?

26. September 2014, 01:04

Ohne Facebook würde für viele Menschen eine Welt zusammenbrechen. Schon unfassbar, welche macht ein Soziales Netzwerk ausüben kann.
Andererseits, es steht jedem frei, wieviele Infos er von sich selbst preisgeben möchte.

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