28.08.2013 | 10:45 AM | Kategorie:
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Bereit für eine Technologietrendwende? #whyIforgotmyphone

An diesem einem Tag hat es plötzlich klick gemacht. Ich wusste, dass sich in meinem Leben etwas ändern musste. Ich fuhr mit der U-Bahn und sah auf. Als Einzige, obwohl die U-Bahn voll besetzt war. Alle anderen wischten auf ihren Tablets, tippten in ihre Smartphones oder redeten lautstark auf jemanden ein, den niemand sehen konnte. Auch die, die sprachen sahen mich nicht an, sondern stierten Löcher in die Luft, da, wo niemand zuhause war. Es erinnerte mich an eine Szene in einem Stück von Sartre „Die geschlossene Gesellschaft“: Estelle ist verzweifelt auf der Suche nach einem Spiegel, denn nur, wenn sie sich in ihm sieht, fühlt sie sich in ihrer Existenz bestätigt. Smartphones und Tablets haben den Spiegel von Sartre ersetzt. Nur wer ständig kommuniziert, scheint am Leben zu sein.

Aber nimmt er tatsächlich am real life teil? Oder leben wir unser Leben im Retourgang, in dem wir alle wichtigen Ereignisse später abspulen? Fotos und Videos zeichnen die wunderbarsten Momente unseres Lebens auf, aber haben wir diese Augenblicke während der Aufzeichnung wirklich erlebt? Alles wollen wir mit unseren Freunden auf Facebook und der ganzen Welt teilen, aber können wir etwas teilen, bei dem wir gar nicht mit ganzem Herzen dabei waren? Sind wir nicht längst in unserem Spiegel-Leben gefangen, immer darum bemüht, digitale Spuren zu hinterlassen, wie um sicherzustellen, dass es uns auch im analogem Leben gibt?
Ich werde für mich eine kleine Trendwende im Umgang mit Tech-Gadgets einleiten. Social-media-affin und auf vielen Plattformen vertreten, werde ich mir ab sofort regelmäßig eine Auszeit davon gönnen. Vor allem dann, wenn ich in meiner Freizeit etwas mit anderen unternehme oder alleine unterwegs bin. Dann bleibt mein Smartphone zuhause oder ausgeschaltet. Gleichzeitig werde ich alle, die mich im Offline-Modus treffen möchten, um diesen Gefallen bitten. Ich starte mal mit meinen engsten Freunden. Die sind schon einiges gewohnt und nicht so leicht zu verschrecken. 😉 Inspiriert von folgendem Video nenne ich meine kleine Initiative #whyIforgotmyphone.

Im Moment zu sein, das gelingt erst, wenn wir uns nicht mehr ablenken lassen, auch nicht von den neuesten Apps und Features unserer digitalen Spielzeuge. Das Leben ist ein Abenteuer, viel zu schade, um es nur aufzuzeichnen. Man muss es schon erleben.
P.S.: Lasst mich doch wissen, ob ihr meiner Idee etwas abgewinnen könnt. Vielen Dank für eure Kommentare, Posts oder Tweets (Hashtag: #whyIforgotmyphone)!
P.P.S.: Letztens habe ich in der U-Bahn ein Lächeln geteilt. Das Handy wegzupacken lohnt sich. 🙂

28. August 2013, 04:44

Finde auch den Ansatz gut über die unzähligen Fotos die man digital macht mal nachzudenken. Und eine Offline-Zeit hab ich diesen Sommer auch schon gemacht. Kann also bestätigen – lohnt sich!

28. August 2013, 04:42

Vier Wochen ohne Handy oder andere Gadgets im Urlaub, kein Herzinfarkt, wenn ich das Handy mal zu Hause vergesse, stundenlang nicht merken, wenn der Akku leer ist – bisher lebt es sich ganz gut, ohne ständig das Gerät in der Hand zu haben 😉 Bei mir keine Trendwende, sondern ohnehin gelebte Realität. Dir viel Erfolg bei den Auszeiten – wirst sehen, dass das Leben „auch ohne“ noch immer Spaß macht 😉

28. August 2013, 05:36

Liebe Michi, liebe Sabine,

Dankeschön für eure Gedankensplitter! Im Urlaub genieße ich meistens digitale Auszeiten. Spannend finde ich es, diesen entspannten Umgang mit Technologie gut in den Alltag zu integrieren. Dieser Herausforderung möchte ich mich jetzt stellen! 🙂

Digitale Grüße, Johanna

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