27.01.2011 | 12:14 PM | Kategorie:
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Facebook und der Teflon-Effekt

Vier Golden Globes und seit Montag immerhin acht Oscar-Nominierungen für „The Social Network“ – Facebook hat wieder für Schlagzeilen gesorgt. Auch im aktuellen Profil analysiert Sebastian Hofer diese „erfolgreichste Beziehungsmaschine der Welt“ – sehr lesenswert, da er auch einige aktuelle Studienergebnisse über deren Auswirkungen zitiert. Was mich an Facebook fasziniert, ist die Tatsache, dass dieses Unternehmen alle Kommunikationsfehler dieser Welt begehen kann – z.B. höchst unsensibler Umgang mit seinen Kunden und schlechte Presse – diese ihm aber offensichtlich nichts anhaben können. Woher kommt dieser Teflon-Effekt?

Zugegeben: Das Produkt ist gut. Es ist simpel und doch vielfältig. Es macht Spaß. Es ist revolutionär. Die Kunden sind offensichtlich zufrieden – über 600 Millionen User sprechen dafür. Tendenz: stark steigend. Bei gleichbleibendem Wachstum werden es im August 2012 über 1,2 Milliarden sein – da leuchten die Augen aller Werbetreibenden! Die freuen sich sowieso: Je mehr Vorlieben (ausgedrückt durch „gefällt mir“) bekannt sind, desto passender die Angebote. Der diese Woche von Facebook vorgestellte Dienst „Sponsored Stories“ kombiniert Werbung und Statusupdates – da kommen sicher noch viele weitere individualisierte (und damit weniger lästige?) Angebote auf uns zu.

Also: alle happy. Wenn vieles so viele so glücklich macht, darf sich ein Unternehmen offensichtlich mehr leisten bzw. wird ihm ein „Ausrutscher“ (wie letzten April über Nacht die Datenschutzregeln zu ändern) schneller verziehen – sogar durch entsprechende Umfragen belegt. Aus CSR- und PR-Sicht wäre das sicher einige genauere Untersuchungen wert, bevor Facebook auch noch unser (oder zumindest mein) diesbezügliches Verständnis, das von anderen ethischen Prämissen ausgeht, revolutioniert!

27. Januar 2011, 07:59

ob er wohl Ihren Blog-Beitrag gelesen hat? :))

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110127_OTS0276/die-presse-leitartikel-der-teflon-finanzministeran-dem-alles-picken-bleibt-von-michael-prueller

28. Januar 2011, 01:11

Ich denke es liegt einfach an der alternativlosigkeit. Wenn sich jemand an Facebook stört… Wo soll er hingehen? Klar es gibt etliche Alternativen aber da sind dann die Freunde der Person nicht vorhanden.

Es ist das gleiche wie mit ebay – zu schnell zu groß geworden und dann gibt es keine Alternativen mehr. Die anderen Auktionshäuser haben kaum Auktionsteilnehmer und die Händler bleiben auf Ihren Waren sitzen. Also doch ebay denn sie wollen ja Geld verdienen.

Es braucht viel Zeit bis sich im Web ein „Quasi-Monopol“ in viele kleine Alternativen ausbreitet und irgendwann geht dann wieder ein Überportal daraus hervor. Wie lange das dauert ist schwer abzuschätzen!

28. Januar 2011, 01:44

Ja richtig, spannende Geschichte im Profil. Obwohl ich zugeben muss, dass mir dieser ständige Hype um Social Media schon ein wenig auf die Nerven geht, muss ich gleich noch Öl ins Feuer schütten: In der Harvard Business Review vom Dezember gab es eine ebenfalls sehr spannende Cover-Geschichte zum Thema. Unter dem Titel „Reputation Warfare“ wird beispielsweise beschrieben, welche (neuen) Aufgaben auf PR zukommen, wenn sich negative Schlagzeilen noch rascher über Soziale Netzwerke ausbreiten. Mundpropaganda 2.0 kann eine Bedrohung sein, aber auch eine Chance. Absolut lesenswert!

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