10.08.2017 | 11:56 AM | Kategorie:
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„Was zählt, ist die Aufmerksamkeit“

Martina Wiesenbauer-Vrublovsky leitet seit fast einem Jahr die Verbreitungstochter der APA. Im APA-Value-Interview spricht sie über Herausforderungen der Kommunikationsbranche und wie APA-OTS diesen begegnet.

Im Oktober 2016 haben Sie die Geschäftsführung der APA-OTS übernommen. Was waren seitdem die Kerninhalte Ihrer Arbeit?

Zu Beginn stand das Kennenlernen – sowohl des APA- Konzerns insgesamt als auch der OTS, der Menschen und der Produkte. Im Oktober stand auch gerade der Umsatzendspurt auf dem Programm. In unserem Kernprodukt, der Verbreitung von Pressemitteilungen, konnten wir uns sehr gut behaupten und haben den Umsatz um drei Prozent gesteigert.

Sind Distributionskanäle wie APA-OTS in Zeiten, in denen jeder selbst Informationen publizieren und verbreiten kann, noch von Belang?

Ich würde sogar meinen, dass sie wichtiger sind als je zuvor. Botschaften müssen über verschiedene Kanäle verbreitet und für diese adaptiert werden. Es muss mehrere Kontaktpunkte mit dem Adressaten geben, damit heutzutage noch Aufmerksamkeit erlangt werden kann. Wer seine Botschaft über ots.at versendet, landet nicht nur in den Redaktionssystemen von Journalisten, sondern auch in den Suchmaschinenergebnissen von Google.

Wie sehr entsprechen die Verbreitungsdienste den digitalen Anforderungen, z.B. im Hinblick auf Suchmaschinenoptimierung?

Mit unseren Webfeatures ermöglichen wir unseren Kunden, dass sie im Editor ihre Texte besser strukturieren, Links hinterlegen oder Zitate einbauen können. Google liebt gut strukturierte Inhalte und bewertet diese automatisch als relevanter. Zudem beraten wir unsere Kunden auch dahingehend, dass sie multimedialen Inhalt wie z.B. Videos verbreiten.

Welche Leistungen und Expertisen bieten Sie Ihren Kunden aus dem PR- und Kommunikationsumfeld über den reinen Verbreitungsdienst hinaus?

Wir haben einen Pool an Fotografen in der Event- und Auftragsfotografie und können damit für jeden Anwendungsfall den passenden Spezialisten anbieten. Und das meist auch recht kurzfristig. Wir hatten schon Kunden, die zwei Stunden vor der Firmenfeier feststellten, dass ein Fotograf fehlt. Durch unser Netzwerk von Spezialisten fällt es uns leichter, noch einen passenden zu organisieren. Pro Jahr sind unsere Fotografen auf über 1.000 Veranstaltungen im Einsatz. In puncto Auftragsfotografie sind wir auch weltweit aktiv. Dazu zählt beispielsweise das Fotografieren von Betriebsstätten. Aktuell haben wir für einen Nahrungsmittelproduzenten die Produktionsanlage auf den Fidschi-Inseln abgelichtet. Beim Thema „Video“ haben wir uns insbesondere auf PR-Videos spezialisiert. Wir produzieren und verbreiten Videos, die auch von Nachrichtenredaktionen übernommen werden und somit einen höheren Multiplikatoreffekt als ein gewöhnliches Imagevideo erzielen. Und last, but not least bieten wir mit dem APA-Campus eine ganze Reihe von Schulungen und Weiterbildungen.

Was beschäftigt die Kommunikatoren aus Ihrer Sicht in den nächsten fünf Jahren?

Einerseits wird der Kampf um die Aufmerksamkeit ein weiterhin beherrschendes Thema sein. Es bleibt für Kommunikatoren eine Herausforderung, die passende Botschaft an die richtigen Personen zu bringen. Wer über APA-OTS verbreitet, erreicht nicht nur Journalistinnen und Journalisten, sondern auch User in Politik, Medien und Unternehmen und auch den Endkonsumenten. Ein zweites wichtiges Thema sind Fake-News. Im Gegensatz zu Facebook haben OTS-Aussendungen immer einen namentlich bekannten Aussender. Der Ursprung der Botschaft lässt sich damit ganz leicht zurückverfolgen. Das schafft Vertrauen.

Was sind die nächsten Schritte oder Projekte von APA-OTS?

Die OTS-Contentplatzierung wollen wir noch stärker ausbauen. Bereits jetzt ist es möglich, über die OTS-Verbreitung Presseaussendungen direkt in die Onlineportale der österreichischen Tageszeitungen als Native Advertising zu platzieren. Aktuell haben wir vier Medienpartner und es gibt Interesse von weiteren. Der Ausbau unseres Videoangebots ist ebenfalls auf unserer Agenda. Im Herbst werden wir Webinare zum Thema „Video-PR“ anbieten. Dazu wird auch ein Whitepaper erscheinen, das über unsere Website zum Download bereitsteht. Darüber hinaus erlaubt die Weiterentwicklung des Videomanagers unseren Kunden nicht nur die Verbreitung ihrer Videos, sondern auch eine bessere Organisation von Beiträgen, Cleanfeeds und anderen Videovarianten sowie des wertvollen Rohmaterials.

Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Laufbahn bringen Sie mit, die Sie bei APA-OTS besonders einsetzen können?

Da ich selbst mal Journalistin war und später auf die PR-Seite gewechselt habe, bringe ich ein tiefes Verständnis für die Arbeitsweise von Journalisten und PR-Agenturen mit. In den letzten Jahren habe ich mich verstärkt der digitalen Arbeitswelt zugewandt. Die Auswertung von Customer Journeys durch Attributionsmodelle, der Versuch eines übergreifenden Trackings durch Einbeziehung aller Touchpoints – das alles dient letztlich auch nur einem einzigen Ziel: Wie gewinne ich bestmöglich die Aufmerksamkeit meiner potenziellen Zielgruppe?

Dieses Interview erschien ursprünglich im APA-Value 2/2017

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